Interne Schulung zum Thema Leiharbeit mit unserem Thüringer Netzwerk
gh. Leiharbeit spielt für Geflüchtete in Thüringen eine besonders große Rolle. Von den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Menschen aus Asylherkunftsländern arbeiten 17,2 % in der Arbeitnehmerüberlassung. Von den Thüringer*innen mit deutscher Staatsangehörigkeit sind es dagegen nur 1,3 %. Auch im Vergleich zum Bund fällt Thüringen auf: Bundesweit sind 8,7 % der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Geflüchteten in Leiharbeit tätig – in Thüringen also fast doppelt so viele.
Oftmals sind diese Beschäftigungsverhältnisse prekär und führen nicht in nachhaltige Arbeitsverhältnisse. Auch Fälle von Leiharbeitsfirmen, die ihre Beschäftigten ausnutzen, unrechtmäßig kündigen oder horrende Kosten in ihren Verträgen verstecken, sind in Thüringen keine Seltenheit. Darauf macht das Projekt Faire Integration Thüringen vom DGB Bildungswerk Thüringen e. V. regelmäßig aufmerksam. In manchen Fällen ist die Leiharbeit aber auch der einfachste Weg, überhaupt in Arbeit zu kommen und damit den Lebensunterhalt zu sichern.
Am 17. September 2025 nahm sich das Thüringer BLEIBdran+-Netzwerk die Zeit, sich näher mit der Leiharbeitsbranche auseinanderzusetzen. In einer ganztägigen Schulung lernten die Projektmitarbeitenden das Beziehungsgeflecht zwischen Arbeitnehmer*in, Verleiher*in und Entleiher*in kennen.
Der Trainer Benjamin Heinrichs vom Projekt Faire Integration Thüringen ging außerdem auf Rechte, Pflichten und Fristen ein, die für die Beteiligten im Arbeitsvertrag gelten. Auch die häufigsten arbeitsrechtlichen Verstöße von Thüringer Verleihfirmen kamen zur Sprache, damit die Projektmitarbeitenden wissen, worauf sie achten müssen.





