Wie sich die Projektlandschaft in Thüringen 2026 verändert hat
IQ in Thüringen: neue Förderphase, bekannte und neue Strukturen
Gastbeitrag von Anne Friedemann | Fit für internationales Personal – KMU in Thüringen stärken
Am 01.01.2026 startete eine neue Förderrunde des bewährten Programms „IQ – Integration durch Qualifizierung”. In den kommenden drei Jahren setzen sich in Thüringen gleich mehrere IQ-Vorhaben dafür ein, eine stabile Brücke zwischen internationalen Fach- und Arbeitskräften und Thüringer Unternehmen zu „bauen“. Ziel der Angebote ist es zum einen, die Chancen von Menschen mit Migrationsgeschichte auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und sie beim Zugang zu qualifizierter Beschäftigung zu unterstützen. Zum anderen finden Unternehmen eine verlässliche Beratungs- und Unterstützungsstruktur bei der Gewinnung und betrieblichen Integration von migrantischen Fach- und Arbeitskräften.
- Die Angebote im Überblick:
Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung für Personen mit im Ausland erworbenen Qualifikationen. - Unterstützungsangebote für Migrant*innen zur Arbeitsmarktintegration: Fünf Teilvorhaben des regionalen Integrationsnetzwerks „IQ Vernetzt in Thüringen” begleiten, coachen oder qualifizieren Migrant*innen und unterstützen sie bei der Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Schwerpunkte bilden Angebote zur Kompetenzförderung in den Bereichen Gesundheits- und Sozialwirtschaft, MINT- und Ingenieurberufe, Qualifizierung „on the Job“ und Qualifizierungsbegleitung.
- Unterstützungsangebote für Unternehmen: Drei Teilvorhaben im regionalen Integrationsnetzwerk „Fit für internationales Personal – KMU in Thüringen stärken“ informieren, beraten und begleiten Unternehmen bedarfsorientiert mit einem breiten Angebot zu verschiedenen Themen.
- Der Projektverbund „MigraConnect – Aktivierung migrantischer Communities für den Thüringer Arbeitsmarkt“ bietet branchen-, berufs- und qualifikationsübergreifende Aktivierungsangebote für in Thüringen ansässige Communities.
Informationen zu allen Angeboten der IQ-Vorhaben finden Sie unter:
www.iq-thueringen.de
Geflüchtete in Arbeit und Ausbildung: Warum LAT-Projekte in Thüringen gerade jetzt unverzichtbar sind
Gastbeitrag von Luise Meißner | Thüringer Fachstelle Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung
Die LAT-Projekte im Landesprogramm Arbeit für Thüringen sind für viele geflüchtete Menschen eine zentrale Anlaufstelle, wenn es um den Zugang zu Arbeit, Ausbildung und Qualifizierung geht. Gerade in der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation gewinnt diese Beratungsarbeit nochmals an Bedeutung: Wenn der Ton gegenüber Geflüchteten rauer wird, Teilhabechancen sinken und Unsicherheit wächst, braucht es verlässliche Strukturen, die Orientierung geben, Rechte und Möglichkeiten verständlich machen und konkrete Schritte in Richtung beruflicher Perspektiven eröffnen.
Denn berufliche Integration scheitert selten an fehlender Motivation, sondern häufig an Hürden, die ohne Unterstützung kaum zu bewältigen sind. Dazu gehören aufenthaltsrechtliche Fragen, uneinheitliche Zuständigkeiten, Sprachbarrieren, Anerkennungsverfahren, fehlende Nachweise oder auch der erschwerte Zugang zu Förderinstrumenten. Gleichzeitig ist der Arbeitsmarkt vielerorts angespannt: Weniger passende Stellenangebote, steigende Anforderungen und Unsicherheiten bei Betrieben treffen besonders diejenigen, die ohnehin mit zusätzlichen Nachteilen starten. Hier setzen die LAT-Projekte an und begleiten Menschen kontinuierlich und individuell – oft über längere Zeiträume hinweg.
Aktuell gibt es thüringenweit LAT-Projekte an 21 Standorten. Die derzeitige Laufzeit reicht bis Ende Juni 2026, parallel läuft ein Projektauswahlverfahren für die neue Förderperiode ab dem 01.07.2026. Weitere Informationen finden sich unter: www.lat-thueringen.de
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Foto von Vitaly Gariev auf Unsplash