Großstudie zu Rassismus und Diskriminierung in deutschen Institutionen veröffentlicht

gh. Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) hat am 13.02.2026 die Studie „Institutionen und Rassismus“ (InRa) veröffentlicht. An zehn Standorten in Deutschland erhielten Wissenschaftler*innen erstmals umfassenden Zugang zu staatlichen Institutionen, um zu institutionellem Rassismus zu forschen. Von 2021 bis 2024 wurde Rassismus in Jobcentern, Ausländerbehörden, bei Polizei und Zoll, in Justiz, Gesundheits-, Jugend- und Ordnungsämtern sowie in der Sozialen Arbeit untersucht.

Die Wissenschaftler*innen haben nachgewiesen, dass rassistische Diskriminierung in allen Behörden vorhanden ist, aber in verschiedenen Formen und Intensitäten auftritt. Offen rassistische Anfeindungen sind demnach in deutschen Behörden die Ausnahme. Vielmehr zeigt sich der Rassismus in (nicht genutzten) Entscheidungsspielräumen, in Organisationskulturen und in Routinen.

Dies reicht von stereotypen Entscheidungspraktiken bis hin zu polizeilichen Kontrollpraktiken und Racial Profiling.
Sprachbarrieren sind ebenfalls ein deutlicher Risikofaktor für Diskriminierung in Behörden. Die Studie zeigt, dass das Maß an Hilfestellung zurückgeht, wenn Personen eingeschränkte Deutschkenntnisse haben.

Auch Beschäftigte innerhalb der Behörden sind häufiger von Diskriminierung betroffen, wenn sie einer rassifizierten Personengruppe angehören.

Die Autor*innen der Studie haben verschiedene Empfehlungen gegeben, um Rassismus als strukturelles und institutionelles Problem anzuerkennen und in der Folge zu bekämpfen. Hierzu gehören unter anderem unabhängige, niedrigschwellige Beschwerdestellen, verbindliche Antirassismusstrategien in Behörden mit hinterlegten Ressourcen und Zuständigkeiten sowie systematische und verpflichtende Fortbildungen zu diskriminierungssensibler Verwaltung.

 

Die InRa-Studie ist ein Verbundprojekt im FGZ und wurde im Rahmen des Maßnahmenkatalogs des Kabinettsausschusses zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus vom Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) gefördert.